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Managua und Surfing

Managua und Surfing - Flug nach Managua

Wir sind todmüde in Managua angekommen. Nach einer kurzen Taxifahrt zum Airbnb vielen wir ins Bett und sind eingeschlafen. Als wir am Abend etwas Essen holen wollten, hat uns eine Person vor der Haustür davon abgeraten. Geht nicht mehr raus jetzt, es sei zu gefährlich. Nachdem wir das angeblich ja so gefährliche Mexiko problemlos überstanden haben, hat uns diese Empfehlung in Nicaragua etwas überrascht. Wir hielten uns an die gut gemeinte Empfehlung und bestellten etwas Essen via Internet.

Managua und Surfing - todmüde nach Ankunft
Managua und Surfing - Drink to go

Dabei merkten wir plötzlich, dass Managua gar keine Adressen hat. Wir haben das Essen an einen Ort bestellt, der etwa so geheissen hat: Rotes Backsteinhaus, hinter der Kirche und neben dem Fluss.

Das stimmt so natürlich nicht ganz, mit dem Internet Standort des Natels findet man sich ja problemlos, trotzdem war das einer der ersten von vielen AHA Momenten, in denen wir einerseits realisierten, wie unglaublich sauber, genau und gut die Schweiz funktioniert und andererseits, dass es eben auch weniger sauber, genau auch funktioniert. Ob gut überlasse ich der Vorstellung der LeserInnen.

In Managua sonst haben wir nicht viel gemacht. Wäsche, Essen, Schlafen und die weitere Reise planen. Als wir dann zwei Tage später zum Busbahnhof kamen um mit dem lokalen Bus (alte Schulbusse aus den USA), nach Rivas, 2h südlich zu fahren die zweite Warnung des Taxifahrers.

Natürlich sieht man uns den Touri an, aber so naiv sehen wir jetzt auch wieder nicht aus und insofern wurde ich doch langsam nervös. Der Busbahnhof stellt man sich folgendermassen vor: (aufs Fötale habe ich verzichtet)

Einen grossen Platz, stellenweise überdacht, mit Essensständen, Kinder, Tiere, Gepäck, Velos und dazwischen Busse, in allen Formen und Farben. Es ist brätsch heiss, die Luft ist staubig und es herrscht ein Chaos sondergleichen. Im Lärm und Trubel sich zu orientieren ist für mich nahezu unmöglich.

Dann sehen wir eine nackte Frau die gestikulierend und sprechend durch die Menschen läuft. Niemand kümmert das weiter.

Wir fragen eine Person ob der Bus nach Rivas fährt. Sie meint ja und macht uns deutlich, dass die Schlange zum Einsteigen weiter hinten beginnt. Und so stellen wir uns an.

Dann alle und alles, Kind, Kegel, Gepäck, mehr oder weniger frisch frittierte Bananen, Kübel, Plastiksäcke und Petflaschen voll Rum, werden in den Bus gepackt, alles in einer lateinamerikanisch untypischen hektischen Art und Weise.

Managua und Surfing - unterwegs nach Rivas

Aber wir kommen sicher an und landen im Wellen Paradies. Dank einem thermischen ablandigen Wind und einem speziellen Riff, wird uns deutlich warum Popoyo, eine der konsistentesten Wellen Südamerikas ist. Was heisst das: Jeden Tag zweimal surfen. Viele Menschen im Wasser (da Ort bekannt und relativ einfach zugänglich). Und heftige Wellen.

Managua und Surfing - Popoyo Welle
Managua und Surfing - Surfen in Popoyo

Surfen stellt mich vor folgendes Problem:

Die Skala von „lässig“ wir komplett neu tariert. Was meine ich damit. In meinem Alltag gibt es lässige Momente. Die sind zum Teil etwas cool, vielleicht etwas schön, etwas interessant oder etwas unterhaltend. Ich würde zb. sagen wir haben einen lässigen Abend, wenn wir am See Kubb spielen und Tomatensalat essen.

Jetzt, wenn ich auf einem Brett auf einer grünen Wand aus Wasser entlang rase und dabei die Sonne rein scheint, dann habe ich ein Problem das erlebte irgendwie adäquat einzuordnen.

Lässig ist einfach nicht genug und ich frage mich einmal mehr, wie das in der Schweiz gehen wird.

Aber das löse ich später. Momentan geniessen wir die Natur, das Wasser und die Tiere. Zwei Seeschildkröten haben schon Hallo gesagt.

Leslie machts nach wie vor super und sie hat fest Freude. Mich freut das enorm. Ich hatte die Vermutung, dass Surfen ihr gefällt, aber so genau wissen kann man das nicht.

Ich konnte sie auf eine grüne Welle packen und sie macht super schnell Fortschritte. Freude herrscht, als sie das erste Mal aus dem Weisswasser kam.

Managua und Surfing - Leslie surft

Ansonsten schauen wir, dass wir genug essen und schlafen. Wäsche haben wir mit den Locals bei heissen Quellen gemacht.

Managua und Surfing - Hund

Dazwischen durfte ich noch eine Webpage für einen Verein fertigmachen, für die die es interessiert: www.fairmieten.ch

Einziger Wermutstropfen ist dass der Strom immer wieder ausfällt. Unklar ist dabei warum. Und mit dem Strom wird Internet, Wasserpumpe und Klimaanlage angetrieben. Aber wir sind gut klar gekommen.

Managua und Surfing - Lagerfeuer

Nach drei Wochen vollgas surfen sind wir dann 1h weiter Richtung Süden zu Ray und Thai. Sie beide bauen gerade ein Öko Surf Lodge in den Bergen in der Nähe von San Juan del Sur. Dort machen wir einen Monat Workaway, sprich wir helfen am Morgen im Garten und dürfen dafür bei ihnen im Gartenschuppen pennen.

Managua und Surfing - Eindruck

Doch davon im nächsten Blog. Vielen Dank allen die uns eine Nachricht geschrieben haben, wir freuen uns fest von Euch zu hören!